13.04.2015

Beleidigung „Schmalspurjurist“ kostet 3000 €

Beleidigung unter Anwälten ist nicht nur unkollegial, sondern kann teuer werden! 

So gab es 3000 € Geldstrafe (30 Tagessätze zu ja 100 €) für einen Anwalt, der eine Amtsanwältin als „Schmalspurjuristin“ bezeichnete.

Zu dieser Bezeichnung lies er sich in einem Schriftsatz hinreißen, nachdem die Amtsanwältin sein Verfahren gegen einen Lkw-Fahrer wegen Unfallflucht eingestellt hatte. 

Amtsanwälte sind Justizbeamte, die zwar keine Befähigung zum Richteramt haben, aber für Strafen mit geringer Strafandrohung den Job eines Staatsanwalts übernehmen. 
Volljurist hin oder her, der Leiter der Staatsanwaltschaft empfand die Bezeichnung seiner Mitarbeiterin als Beleidigung und erstattete Anzeige gegen den Anwalt.

Der Anwalt hätte eine Verurteilung vermeiden können, wenn er sich bereit erklärt hätte bei der Amtsanwältin zu entschuldigen und eine Geldbuße zu zahlen. Er wies jedoch jede Schuld von sich, insbesondere mit der Begründung er selbst sei auch schon mit unschönen Bezeichnungen wie „Feld, Wald- und Wiesenanwalt“ betitelt worden.