Testamentarische Erbfolge 

 

Mit Hilfe eines Testaments kann jeder Bürger klare Verhältnisse für die Verteilung seines Vermögens nach seinem Tod sorgen. Ein Testament schafft Rechtssicherheit, v.a. für die Nachkommen.

 

 

So errichten Sie ein Testament:

 

Sie können Ihr Testament entweder eigenhändig oder als notarielles Testament verfassen.

Ein eigenhändiges Testament muss vollständig handschriftlich geschrieben sein und mit Datum, Ortsangabe und vollständiger Unterschrift versehen werden.

 

Das notarielle Testament wird von einem Notar beurkundet und kann auch von diesem geschrieben werden. Der Erblasser setzt dann am Ende des Testamentes seine Unterschrift darunter. Der Notar bescheinigt mit seiner Unterschrift, dass das notarielle Testament vorgelesen, genehmigt und von dem Erblasser eigenhändig unterschrieben wurde.

 

Das eigenhändige Testament ist preisgünstiger, allerdings sollten Sie sich unbedingt vorher von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Das Testament kann beim Nachlassgericht hinterlegt werden. Hierfür fallen Gebühren des Nachlassgerichtes an. Der Notar hinterlegt das Testament immer gleich beim Nachlassgericht.

  

 

So wiederrufen Sie Ihr Testament:

 

Wenn sich Ihr Wille ändert, können Sie Ihr Testament ändern oder widerrufen. Änderungen müssen entsprechend deutlich gemacht und gekennzeichnet werden und stets mit Ort, Datum und vollständiger Unterschrift versehen werden. Widerrufen können Sie Ihr Testament indem Sie es vernichten oder ein neues, später datiertes Testament errichten. Ein notarielles Testament müssen Sie aus der amtlichen Verwahrung vom Nachlassgericht zurückfordern um es zu widerrufen.

 

 

Besondere Formen des Testaments

 

In bestimmten Fällen ist es sinnvoll, ein Testament als gemeinschaftliches Testaments zu errichten oder einen Erbvertrag zu schließen. Lassen Sie sich auch hier von einem Anwalt beraten.

 

 

Das gemeinschaftliche Testament (Berliner Testament)

 

Ein gemeinschaftliches Testament (auch als Berliner Testament bekannt) kann nur von Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern verfasst werden. Hier werden zwei Testamente in einem Dokument zusammengefasst.

Die Partner treffen im gemeinschaftlichen Testament in der Regel wechselseitige Verfügungen. Das sind Vereinbarungen, die so voneinander abhängen, dass die eine nicht ohne die andere getroffen worden wäre (z.B. Vereinbarung einer gegenseitigen Erbeinsetzung). Der überlebende Partner ist nach dem Tod des anderen an den gemeinschaftlich verfassten letzten Willen gebunden.

 

 

Der Erbvertrag

 

Der Erbvertrag ist eine Verfügung von Todes wegen in Vertragsform. Anders als beim gemeinschaftlichen Testament können auch nicht miteinander verheiratete Personen einen Erbvertrag schließen.

Der Erbvertrag muss notariell beurkundet werden. Im Vergleich zu notariell errichteten Testamenten ist der Erbvertrag aber kostengünstiger, da er nicht in die amtliche Verwahrung des Nachlassgerichts genommen werden muss.

Die Bindungswirkung, die der Erbvertrag ermöglicht, ist ein sehr gutes Instrument, um die Erbfolge optimal an die Wünsche der Erblasser anzupassen.

Nach dem Tode eines Vertragspartners können im Erbvertrag getroffene Verfügungen nicht mehr geändert werden. Änderungen zu Lebzeiten der Vertragspartner können nur durch Zustimmung beider vorgenommen werden.

 

 

Inhalt des Testaments

 

Inhaltlich können Sie Ihr Testament beliebig gestalten. Allerdings gibt es Pflichtteile für Kinder u. Ehepartner, diese können also nicht gänzlich von der Erbfolge ausgeschlossen werden.

In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein mit Hilfe eines Vermächtnisses oder einer Auflage besondere Anordnungen zu treffen.

 

Ein Vermächtnis ist sinnvoll, wenn Sie als Erblasser bestimmte Gegenstände aus Ihrem Nachlass an bestimmte Personen verteilen möchten, die nicht Erbe werden sollen. Der Bedachte hat als Vermächtnisnehmer dann einen Anspruch auf Herausgabe des vermachten Gegenstands gegen die Erben.

 

Mit einer Auflage können Sie Ihren Erben oder Vermächtnisnehmern aufgeben Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen, wie z.B. Pflege des Grabes, Verbote bestimmte Gegenstände aus dem Nachlass zu veräußern, o.Ä.

 

Lassen Sie sich bzgl. der zahlreichen inhaltlichen Gestaltungsmöglichkeiten individuell von einem Anwalt beraten, um Ihrem Willen bestmöglich Ausdruck zu verschaffen.