Gesetzliche Erben

  

Wenn keine letztwillige Verfügung in Form eines Testaments oder eines Erbvertrags vorhanden ist, greift die gesetzliche Erbfolge aus dem BGB. Zögern Sie nicht, sich von einem Anwalt beraten zu lassen um sich Klarheit darüber zu schaffen, ob Sie Erbe sind und welche Rechte und Pflichten Sie haben. Lassen Sie keinesfalls zu viel Zeit verstreichen, bevor Sie einen Rechtswalt aufsuchen, sonst laufen Sie Gefahr, dass wichtige Fristen z.B. zur Ausschlagung der Erbschaft nicht mehr gewahrt werden können.

 

 

Hier ein kleiner Überblick über die Grundsätze der gesetzlichen Erbfolge:

 

An erster Stelle erben der Ehegatte und die Kinder des Verstorbenen. Wenn die Kinder schon verstorben sind, erben deren Kinder, also die Enkel des Erblassers. Wenn der Erblasser weder Kinder noch Enkelkinder hat (sog. Erben 1. Ordnung) dann erben die Erben der 2. Ordnung. Hier erben vorrangig die Eltern des Erblassers. Sind die Eltern bereits verstorben, erben die Geschwister. Hat der Erblasser keine Geschwister oder sind diese bereits verstorben, erben die Neffen. Gibt es keine Erben 2. Ordnung, dann erben die Erben der 3. Ordnung also Großeltern, Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen entsprechend.


Ehegatten

 

Als Ehegatte haben Sie ein gesetzliches Erbrecht, soweit keine Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) besteht. Die Ehe muss zum Zeitpunkt des Todes Ihres Ehegatten noch bestehen. Ist zum Todeszeitpunkt bereits ein Scheidungsantrag eines Ehegatten bei Gericht eingereicht und liegen die Voraussetzungen einer Scheidung vor besteht für den überlebenden Ehegatten kein gesetzliches Erbrecht mehr.

 

Im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft (wenn kein Ehevertrag existiert) sieht die Erbfolge des Ehegatten folgendermaßen aus:

 

Der Ehegatte erbt neben Verwandten der ersten Ordnung (Kindern) ¼, neben Verwandten der zweiten Ordnung (Eltern des Erblassers oder Geschwister) oder neben Großeltern zu 1/2.

 

Diese Quote erhöht sich im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft (kein Ehevertrag oder Ähnliches) pauschal  um ¼.

 

Gegenüber allen sonstigen Verwandten des Erblassers erbt der überlebende Ehegatte den gesamten Nachlass.

 

Haben Paare ohne Trauschein ein gesetzliches Erbrecht?

 

Nichteheliche Lebensgefährten haben kein gesetzliches Erb- oder Pflichtteilsrecht beim Tod des Partners. Dies gilt auch dann, wenn die Lebensgemeinschaft seit langem bestanden hat oder ein Partner den anderen jahrelang gepflegt hat.

 

Von den Gerichten wird allerdings anerkannt, dass der Partner ohne Trauschein für einen Zeitraum von 30 Tagen nach dem Erbfall die mit dem verstorbenen gemeinsam genutzte Wohnung und den Haushalt weiter nutzen darf.

 

Ist der Partner allerdings im Mietvertrag eingetragen, kann er natürlich weiterhin die Wohnung als Mieter nutzen.

 

 

Welche Rechte haben eingetragene Lebenspartner?

 

Die Lebenspartnerschaft ist mit der Ehe vergleichbar. Dies ergibt sich aus § 10 Lebenspartnerschaftsgesetz, das das Erbrecht der Lebenspartner gleichstellt mit den Regelungen des BGB über das Erbrecht der Ehegatten.

Damit hängt das Erbrecht eines überlebenden Lebenspartners davon ab, in welchem Güterstand er mit dem verstorbenen Lebenspartner gelebt hat – genauso wie bei verheirateten Paaren.